New Work und die Renaissance des Büros

von | Feb. 19, 2022 | Uncategorized | 0 Kommentare

  • Während Corona haben die Digitalkonzerne durch ausgeklügelte Online-Collaboration-Tools dazu beigetragen, dass Firmen trotz Distanzgebot für ihre Belegschaften weiterarbeiten und funktionieren konnten.
  • Die Pandemie hat uns alle in ungewohnte Arbeitsformen gezwungen, wir haben uns m.o.w. an sie gewöhnt und auch den ein oder anderen Vorzug darin entdeckt.
  • Dennoch kehren viele Unternehmen jetzt, da das Ende abzusehen ist, zur klassischen Bürofläche zurück – allerdings nur zu solchen in Toplagen. Sogar Digitalkonzerne. Das gibt einen Ausblick auf die Zukunft des Arbeitens.
  • Das Thema „Arbeitsumgebung“ erlebt eine Renaissance, aber anders als vor Corona. Es geht nicht um eine Rückkehr zum Vorherigen, sondern um den Aufbruch zu etwas Neuem, das noch nicht endgültig bestimmt ist.
  • Die Mischform aus Arbeiten im Headquarter und im Homeoffice („Hybrides Arbeiten“) wird bleiben.
  • Auch Unternehmen aus anderen Branchen als dem Kreativgeschäft stoßen diese Veränderung an. Sie ist längst keine Sache mehr ausschließlich für Avantgardisten.
  • Statt „Bürogebäude“ oder „Firmengelände“ offenbaren bereits die neuen Namen dieser Arbeitsumgebungen etwas über den Charakter und die Bedeutung, der ihnen zugeschrieben wird: Sie heißen Campus oder Lab, Circle oder Space.
  • Es geht darum, diese Flächen mit einem spezifischen Nutzen aufzuladen.
  • Arbeitswelten entstehen, die Kollaboration, Inspiration und Produktivität gleichermaßen befördern. Das ist das neue „Wozu“ der festen Flächen. Es entstehen völlig neue Formate, durch die die Chiffre „Arbeitswelt“ befüllt wird – von der naheliegenden Bibliothek bis zum beheizten Zelt oder Beach-Volleyball-Feld. Alles mit konkretem Nutzen – diese Formate sind die zeitgemäßen Antworten auf die zentralen Fragen, die uns rund um „Arbeit“ gestellt werden. Deshalb heißt das gleichermaßen griffige wie offene Programm „New Work“. Es geht um nicht weniger als eine Neudefinition von Arbeit in Zeiten der Postmoderne.
  • Das HQ-Büro selbst wird nun zum bevorzugten Ort für jene Aktivitäten, bei denen der persönliche Kontakt jedem Online-Meeting überlegen ist: kreative Zusammenarbeit, Ausbildung, sozialer Austausch, Entwicklung, Change uvm.
  • Und: Es ist der Ort, an dem das Spezifische des Unternehmens spürbar wird, der Stallgeruch sozusagen, die Identität.
  • So wird auch die Frage nach der Bezugsgröße bei der Bewertung einer Büroimmobilie bald neu gestellt werden. Es geht nicht um Quadratmeter, sondern um Dinge wie „Magie pro qm“, „Identität pro qm“, „Profil pro qm“, oder „Erlebnisse pro qm“. Wobei die Lage ein entscheidender Faktor bleiben wird, eher noch bedeutender als schon immer.
  • Dazu müssen die neu geschaffenen Räume jene Flexibilität aufweisen, die der Bedarf nach vielfältigen Arbeitsmodi erfordert: vom konzentrierten Arbeiten in Ruhezonen über Teamwork in Kollaborationszonen (wozu auch Hybridmeetings von weltweit verteilten Teams gehören), über Entspannung in Relax-Zonen bis hin zum informellen Austausch im Work-Café mit Starbucks-Atmosphäre.
  • Und natürlich müssen diese Firmengebäude alle Anforderungen nach Umwelt-, Klima- und Gesundheitsschutz erfüllen, sonst erlangen sie gar nicht erst jenen Zauber, den die Namensgebung suggeriert.
  • Wie das im konkreten Einzelfall für ein bestimmtes Unternehmen aussieht, dafür gibt es keine Blaupause. Das muss jedes Unternehmen für sich selbst herausfinden.

Weitere Blogbeiträge

Resilient sein? Ja, aber mit Einschränkungen.

Resilienz stammt von lat. resilire „zurückspringen, abprallen“ Ursprünglich stammt der Begriff aus der Technik: Er beschreibt, wie gut es einem Gegenstand gelingt, nach äußerer Einwirkung wieder in seinen Ursprungszustand zurückzugelangen, z.B. einem Ball, der beim...

Äußerer und innerer Erfolg

Erfolg wird in der Regel an äußeren Kriterien festgemacht. Neben den Klassikern „Haus, Auto, Boot“, bei denen jeder ein wenig schmunzelt, ist in unserer Kultur aber fest verankert, dass die Position, die jemand im Arbeitsleben einnimmt, Ausdruck seines oder ihres...