Äußerer und innerer Erfolg

von | Sep. 9, 2021 | Uncategorized | 0 Kommentare

Erfolg wird in der Regel an äußeren Kriterien festgemacht. Neben den Klassikern „Haus, Auto, Boot“, bei denen jeder ein wenig schmunzelt, ist in unserer Kultur aber fest verankert, dass die Position, die jemand im Arbeitsleben einnimmt, Ausdruck seines oder ihres Erfolgs ist. Und während es bei uns (noch) nicht als Erfolgsindikator gilt, welche Universität man besucht hat, ist dies z.B. in den USA sehr wichtig, um zu zeigen, wer oder besser was man ist. Ganz deutlich wird die Orientierung an äußeren Kriterien im Sport. In Mannschaftssportarten gilt z.B. nur der Sieg eines Turniers als Erfolg, im Finale unterlegen zu sein und damit „nur“ Zweiter, wird als Misserfolg angesehen. Die Sitte, sich die Silbermedaille gleich wieder abzunehmen, die den Spielern der unterlegenen Mannschaft umgehängt wird, zeugt von dieser Einstellung. The winner takes it all…

Ich unterscheide hinsichtlich Erfolgskriterien zwei Ebenen: die innere und die äußere. Die o.g. Beispiele sind Beispiele für äußere Kriterien. Sie sind flüchtig, von Dingen abhängig, die wir nicht unter Kontrolle haben und sie stellen uns nicht nachhaltig zufrieden. Sie lösen eher den Drang nach mehr aus, nach Wiederholung. Doch auch dann, wenn wir es schaffen, noch mehr vom Gleichen zu bekommen, macht uns das nicht wirklich glücklich. Innere Kriterien haben demgegenüber eine andere Qualität. Sie führen deshalb zu tiefer Zufriedenheit, weil wir sie ganz allein erfüllen können und es nicht von äußeren Umständen abhängt. Beispiele für innere Erfolge sind etwa die Überwindung von Angst, die Erzielung dauerhafter Lebensfreude, das Spüren von Dankbarkeit, verankert sein in der Gegenwart. Alle spirituellen Lehren haben zum Kern, sich dem eigenen Inneren zuzuwenden, den Lärm der Ablenkungen und Formen draußen zumindest zeitweilig abzustellen, um glücklich zu sein. 

Im Außen leben, im Innen bei sich sein

Nun können (und sollen!) wir uns vom Leben in der äußeren Wirklichkeit nicht abwenden. Wir müssen mit unserer Arbeitskraft am Wirtschaftskreislauf teilnehmen, um in dieser Welt leben zu können, natürlich. Der Dreh, auf den ich hinaus möchte, ist, dass wir 1. klar erkennen, dass wir an einem äußeren „Spiel“ teilnehmen und dass wir 2. unser Empfinden von Glück nicht vom „Spielerfolg“ abhängig machen, sondern vom Fortschritt auf unserer inneren Reise. Mit innerer Reise meine ich den eigenen Weg zu mehr Tiefe, mehr Dankbarkeit, mehr Verwurzelt-Sein in sich selbst. Es gibt Menschen, die ihr Leben lang auf äußerer Reise sind, was sich durch immer neue Objekte, die sie umgeben, ausdrückt; oder durch ständig neue Leidenschaften, die für sie das Wesentliche darstellen; oder immer neue Jobs, die jetzt aber „wirklich“ und „endlich“ das sind, was sie sich wünschen; die jedoch auf ihrer inneren Reise überhaupt nicht weitergekommen sind oder sie nie angetreten haben.

Um auf Ihre innere Reise zu gehen und dort voranzukommen, machen Sie sich klar:

  • Woran mache ich meine Zufriedenheit fest?
  • Wie tief empfinde ich Zufriedenheit, wenn ich etwas erreicht habe, das mir wichtig war/ist?
  • Bin ich auf einer inneren Reise? Inwiefern?
  • Wenn meine innere Reise verfilmt würde, wie hieße der Film? Was würde man sehen?

Ich wünsche Ihnen eine spannende Reise in Ihr Inneres und viel Erfolg.

Ihr
André Strauß

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